Erklärung wichtiger Begriffe

rund ums Nachlassverfahren

Eingabefrist:

Forderungen, die gegen den Schuldner bestehen, müssen bis zu diesem Datum der Sachwalterin gemeldet werden. Falls diese Frist schon abgelaufen ist, muss die Forderung dennoch angemeldet werden. Später darf dann aber nicht mitbestimmt werden, ob der Nachlassvertrag angenommen werden soll oder nicht.

Gläubiger:

Der Gläubiger hat eine Forderung gegenüber dem Schuldner. Der Schuldner schuldet dem Gläubiger also Geld.

Gläubigerausschuss:

Der Gläubigerausschuss wird nur in Nachlassliquidationsverfahren eingesetzt, dies verlangt das Gesetz. Sobald mit der Liquidation des Vermögens begonnen wird, werden einige Gläubiger gewählt, die den Gläubigerausschuss bilden. Gewählt werden die Mitglieder an der Gläubigerversammlung von allen Gläubigern. Der Liquidator muss dann regelmässig mit dem Gläubigerausschuss zusammensitzen und seine Handlungen (insbesondere der Verkauf von Aktiven) vom Gläubigerausschuss genehmigen lassen. Damit wird gewährleistet, dass die Interessen der Gläubiger berücksichtigt werden.

Kollokationsplan:

Der Kollokationsplan listet alle Forderungen auf, und zwar in der Folge, wie sie berücksichtigt werden. Wird in einem Nachlassverfahren eine Nachlassdividende ausbezahlt, müssen einige Forderungen (Miete, Löhne, Alimente) dennoch zu 100% bezahlt werden. Diese erscheinen auf dem Kollokationsplan zuoberst.

Massaforderung:

Entsteht eine Forderung nach Gewährung einer Stundung (also gewissermassen mit Einverständnis des Sachwalters), wird diese als Massaforderung bezeichnet und fällt nicht unter den Nachlassvertrag.

Nachlass mit Prozentvergleich:

Wird ein Nachlassvertrag mit Prozentvergleich angestrebt, so beabsichtigt der Schuldner, den Gläubigern vorzuschlagen, dass diese auf Teile ihrer Forderungen verzichten. So schlägt der Schuldner z.B. vor, die Forderungen nur zu 50% zu begleichen. Dies wird von den Gläubigern akzeptiert, wenn der Schuldner offensichtlich nicht in der Lage ist, mehr als diese 50% zu bezahlen.

Nachlass mit Stundungsvergleich:

Schlägt der Schuldner einen Nachlassvertrag mit Stundungsvergleich vor, dann beabsichtigt er, während der Phase der Stundung eine Lösung für seine finanziellen Probleme zu suchen. Die Stundung verschafft ihm dazu Luft, da er sich in dieser Zeit nicht mit eintreffenden Betreibungen und sonstigen Sofortmassnahmen beschäftigen muss. Meistens wird der Stundungsvergleich mit einem Prozentvergleich kombiniert.

Nachlass mit Vermögensabtretung:

Beim Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung bietet der Schuldner an, dass die Gläubiger über sein Vermögen verfügen dürfen, um damit ihre Forderungen zu begleichen. Die Gläubiger wählen dann einen Ausschuss, der die Liquidation des Vermögens vornimmt, damit die Forderungen beglichen werden können. Auch hier ist eine Kombination mit einem Prozentvergleich üblich.

Nachlassvertrag:

Der Nachlassvertrag ist das Herz des Nachlassverfahrens. Er ist das Angebot, das der Schuldner den Gläubigern unterbreitet. Er beinhaltet Informationen dazu, wann der Schuldner den Gläubigern wieviel Geld zu bezahlen vorschlägt. Wenn von den Gläubigern, die ihre Forderungen rechtzeitig angemeldet haben, die Mehrheit dem Vertrag zustimmt, gilt der Vertrag als angenommen. Gleichzeitig müssen diese Gläubiger aber zwei Drittel der Forderungen vertreten. Alternativ gilt der Nachlassvertrag ebenfalls als zustandegekommen, wenn ein Viertel der Gläubiger, die drei Viertel der Forderungssumme vertreten, dem Vertrag zustimmen. Der zustandegekommene Nachlassvertrag muss anschliessend noch vom Gericht bestätigt werden, damit er für alle Gläubiger gültig und damit verbindlich ist.

(Nachlass-)Dividende:

Oftmals ist es einem Schuldner nicht möglich, die ganze Forderungssumme zu begleichen. Daher schlägt er vor, nur einen gewissen Prozentsatz zu bezahlen (z.B. 50%). Der ausbezahlte Betrag wird als Nachlassdividende bezeichnet.

Sachwalter:

 

SchKG:

Das Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG) ist das massgebende Gesetz in Nachlassverfahren.

Schuldner:

Schuldner ist, wer jemandem eine Leistung (meistens Geld) schuldet.

SHAB:

Im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) werden wichtige Informationen publiziert. Was genau publiziert werden muss, wird vom Gesetz vorgeschrieben. Die Publikation im SHAB ist massgebend für die Berechnung von diversen Fristen. Beispielsweise beginnt die 20-tägige Eingabefrist ab dem Datum der Publikation im SHAB zu laufen.

Stundung:

Eine Stundung, sofern sie vom Richter ausgesprochen wurde, bewirkt, dass vorläufig nicht gegen das Vermögen des Schuldners vorgegangen werden kann. Es können also keine neue Betreibungen gegen den Schuldner erhoben werden, laufende Betreibungen und Lohnpfändungen werden gestoppt.

Verteilungsliste:

In der Verteilungsliste wird aufgeführt, welcher Gläubiger welchen Geldbetrag erhält.

Verteilungsplan:

Ist das gleiche wie die Verteilungsliste.

  
  

 

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