Privatpersonen mit Schulden

Ich kann meine Rechnungen nicht bezahlen, was nun?

Suchen Sie Hilfe bei jemandem, dem Sie vertrauen. Der Sozialdienst Ihres Wohnortes sollte Ihnen helfen können. Von Kleininseraten im "Blick" sollten Sie die Finger lassen. Erarbeiten Sie zusammen mit jemandem einen realistischen Abzahlungsplan. Kontaktieren Sie die Gläubiger und verhandeln Sie, bis wann genau die Schulden abgebaut werden sollen. Wenn kein Überblick über die Schulden mehr besteht, wird die Notsituation meistens rasch grösser. Versuchen Sie deshalb, den Überblick wieder zu bekommen, stellen Sie sich den Problemen. Vielleicht finden Sie Hilfe, wenn Sie eine der Webseiten besuchen, die Sie bei den Links finden.

Ich habe getan, was ich konnte - es hilft alles nichts...

Falls weiterhin Lohnpfändungen anstehen und Betreibungen ins Hausflattern und keine Perspektive besteht, wie der Schuldenberg getilgt werde soll, muss eventuell darüber nachgedacht werden, andere Mittel zu ergreifen. Denkbar sind in diesem Fall beispielsweise die einvernehmliche Schuldenbereinigung nach Art. 333 SchKG oder ein Nachlassverfahren nach Art. 293  ff SchKG. Als letzte Möglichkeit besteht der Privatkonkurs. Dabei erklären Sie ihre Zahlungsunfähigkeit. Ihr Vermögen wird verwertet und der Erlös den Gläubigern verteilt. Falls dabei nicht alle Forderungen bezahlt werden können, erstellt das Konkursamt Verlustscheine. D.h. wenn Sie später wieder zu Vermögen kommen, können die Gläubiger erneut Betreibungen gegen Sie erheben. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. Bei der einvernehmlichen Schuldenbereinigung und dem  Nachlassverfahren hingegen sind nach Abschluss des Verfarhens alle Forderungen definitiv weg. Allerdings ist das gerichtliche Nachlassverfahren teurer und verlangt vom Schuldner sehr viel Einsatz. Am besten melden Sie sich bei uns zu einer ersten unverbindlichen Beratung, für die wir Fr. 150.- pauschal verrechnen.

In welchen Fällen ist ein gerichtliches Nachlassverfahren sinnvoll, und wann nicht?

Ein gerichtliches Nachlassverfahren ist sinnlos bei Personen, die nur wenige Gläubiger haben, mit denen auch aussergerichtlich oder im Rahmen eines einvernehmlichen Schuldenbereinigung  eine Lösung gefunden werden kann. Angesichts der hohen Kosten eines gerichtlichen Nachlassverfahrens würden hier unnötige Kosten entstehen. Gibt es allerdings komplizierte Sachverhalte (z. B. Forderungen die bestritten werden, Gläubiger die nicht zu verhandeln bereit sind), kann das gerichtliche Nachlassverfahren eine Lösung sein. Es muss aber sichergestellt sein, dass die Gläubiger bessergestellt werden als sie dies in einem Konkurs wären.

Welche Alternativen bestehen zum gerichtlichen Nachlassverfahren?

Grundsätzlich kann der Privatkonkurs als Alternative gesehen werden. Der Privatkonkurs hat den Vorteil, dass er normalerweise tiefere Kosten verursacht. Falls die Gläubiger beim Konkurs zu Verlust kommen (was normalerweise der Fall ist), werden ihnen Verlustscheine ausgestellt. Damit werden die Schulden nicht getilgt. Betreibungen und Pfändungen, inkl. Lohnpfändungen werden aber aufgehoben und der Schuldner kann nur noch dann erneut belangt werden, wenn er zu neuem Vermögen gekommen ist. Allerdings gilt Einkommen auch als neues Vermögen, auf welches er für die Führung eines normalen Lebensstandes nicht anagewiesen ist. Der Schuldner hat nach einer neuen Betreibung, bei welcher er Rechtsvorschlag erhebt mit dem Hinweis, dass er seit dem Konkurs nicht zu neuem Vermögen gekommen ist,  aber nachzuweisen, dass er  über kein neues Vermögen verfügt und dass er auch kein neues Vermögen bilden konnte. Dabei hat er auch die Gerichtskosten für ein solches Verfahren vorzuschiessen.

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